Unternehmerfrühstück am Campus Biedenkopf

Vertreter von Hochschule, Unternehmen, kommunaler Politik und Schulen tauschten sich beim Unternehmerfrühstück am Campus Biedenkopf aus.

Wieder mehr Zuversicht wagen

Für viele Vertreter von Unternehmen, Schulen, Wirtschaftsförderung und Politik aus der Region ist das Unternehmerfrühstück am StudiumPlus-Campus Biedenkopf ein fester Termin im Kalender: 43 Gäste kamen zu dem Treffen, bei der es neben Austausch und einem leckeren Frühstück auch immer einen interessanten Vortrag gibt. Diesmal sprach Henrik Lehnhardt zum Thema Kommunikation und Respekt.

Zum Einstieg wurde ein Film vorgeführt, der zum 25-jährigen Jubiläum von StudiumPlus einen Blick auf die Erfolgsgeschichte des dualen Studienprogramms der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) und des CompetenceCenters Duale Hochschulstudien – StudiumPlus e.V. (CCD) wirft. „Mit 31 Studierenden haben wir 2001 begonnen, 2026 sind es 1931“, sagte Campusleiter Prof. Dr. Gerd Manthei stolz. Mittlerweile bietet StudiumPlus elf duale Studiengänge mit 22 Fachrichtungen an, hat über 600 Dozierende und 1.068 Partnerunternehmen. Manthei dankte den Beruflichen Schulen Biedenkopf, in deren Räumlichkeiten der Campus Biedenkopf starten durfte, und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf, der für die großzügigen neuen Räume des Campus gesorgt hat.

Perspektive für junge Menschen

Junge Menschen brauchen eine Perspektive und die Chance, den Blick positiv nach vorne zu richten“, betonte Prof. Dr. Jens Minnert, Leitender Direktor des Zentrums Duales Hochschulstudium der THM. „Wir müssen davon wegkommen, alles schlechtzureden, und stattdessen Reformen endlich anpacken und vorangehen.“ Dem stimmte auch CCD-Vorstandsmitglied Michael Parsch zu. Im CCD haben sich die Partnerunternehmen zusammengeschlossen. Parsch ist Geschäftsführer der Elkamet Kunststofftechnik GmbH und erklärte: „171 unserer Beschäftigten haben ein Studium bei StudiumPlus absolviert – die Firma wäre ohne sie nicht da, wo sie heute ist.“ Und daher könne er jungen Menschen versichern, dass sie nach wie vor gebraucht werden.

„Wo bekommt ihr eure Fachkräfte her“, werde er oft gefragt, berichtete auch Tobias Weber, CEO und Inhaber von Weber Food Technology in Breidenbach. Und er könne dann sagen: „Wenn junge Menschen aus der Region hier in der Region ausgebildet werden können, dann bleiben sie auch.“ Von ähnlichen Erfahrungen konnten weitere Gäste berichten, deren Unternehmen unter anderem in Biedenkopf, Dillenburg, Bad Laasphe, Bad Berleburg, Siegen, Wallau oder sogar Kassel ansässig sind. Corie Hahn, Schulleiterin des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe, freute sich, dass sie einen ehemaligen Schüler im Jubiläumsfilm von StudiumPlus erkannt hatte. Die Schulkooperationen, die StudiumPlus eingeht, sorgen mit dafür, dass junge Menschen in der Region bleiben.

Vortrag: Konflikte zUR wEITERENTWICKLUNG

Bei StudiumPlus studiert hat auch Referent Henrik Lehnhardt. Er arbeitete viele Jahre bei Outokumpu, einem Hersteller von Edelstahl in Dillenburg, davon sechs Jahre in der Geschäftsführung. Inzwischen ist er Change Stratege, Mediator und Executive Coach. In Biedenkopf sprach er darüber, dass es Konflikte brauche, um Unternehmen nach vorne zu bringen – und wie Kommunikation gestaltet werden muss, um sie positiv zu nutzen.

Damit Konflikte zu Weiterentwicklung und Lerneffekten führen, müsste sie in respektvoller Kommunikation gelöst werden. Dabei müsse es um Bedürfnisse gehen, nicht um Positionen. Wichtig seien auch Timing und Atmosphäre. „Ich sehe dich, akzeptiere dich und brauche dich“, müsse Mitarbeitern vermittelt werden. Das schaffe Motivation und Loyalität. Dabei solle man Klartext reden, aber stets respektvoll und wertschätzend bleiben. „Respektvolle Kommunikation ist der Schlüssel zu Veränderung, weil sie den Widerstand der Mitarbeiter dagegen verringert“, so Lehnhardt. Auch er sprach sich wie Minnert dafür aus, wieder mehr Zuversicht zu wagen.