Horsens / Dänemark (2021)

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Ein Backsteingebäude mit einer Statue davor.

Ingenieurwesen-Maschinenbau Kälte- und Klimatechnik, 5. Semester, VIA University College, Horsens

Vorbereitung

Zu Beginn gab es eine Informationsveranstaltung von StudiumPlus über die verschiedenen Möglichkeiten, ins Ausland zu gehen. Daraufhin habe ich mich für Erasmus entschieden. Die THM bzw. StudiumPlus hat verschiedene Partneruniversitäten, von denen drei Favoriten ausgewählt werden konnten. Im Anschluss wurden dann die Plätze vergeben. Ich habe eine Nominierung für die VIA University in Horsens erhalten. Damit war ich auch sehr glücklich, da mir der Online-Auftritt und das Kursangebot sehr gut gefallen hat. Außerdem habe ich auch anhand von Erfahrungsberichten und Studentinnen, die zuvor an dieser Uni waren, einen positiven Eindruck erhalten. Nach der Nominierung musste man sich nochmal bei der Gasthochschule direkt bewerben. Dafür war auch ein Englisch-Test notwendig, da viele Gasthochschulen ein Sprachlevel von mindestens B2 forderten. Diese Bewerbung ist allerdings scheinbar nur Formsache, ich habe von niemandem gehört, der nach einer Nominierung nicht angenommen wurde. Etwas Unsicherheit bei der Planung brachte Corona mit sich. Es war lange unsicher, wie die Lehrveranstaltungen stattfinden werden. Dort hätte ich mir mehr Informationen von der Gasthochschule gewünscht. Im Endeffekt war ich aber sehr glücklich, da das gesamte Semester im Gegensatz zu Deutschland in Präsenz stattgefunden hat. Die finanzielle Unterstützung von Erasmus ist sehr hilfreich, allerdings sollte man nicht davon ausgehen, damit alle Ausgaben abdecken zu können. Allein die Miete für das Wohnheim hat die monatliche Rate schon fast aufgebraucht.

Unterkunft

Nachdem ich die endgültige Zusage bekommen hatte, habe ich mich auf die Suche nach einer Unterkunft gemacht. Aufgrund von Empfehlungen habe ich mich für das Studentenwohnheim Kamtjatka entschieden. Dort kann man sich zwischen Einzelzimmern, Zweier- und Dreier-WGs entscheiden. Meine Wahl fiel auf eine 3er WG, die ich online buchen konnte. Ich wusste vorher nicht, wer meine Mitbewohner sind, nur dass sie männlich sind. Das hat gleich für ein bisschen Spannung bei der Anreise gesorgt. Andere haben sich auch privat ein Zimmer oder eine WG gesucht, aber für mich war dies die einfachere Variante. Ganz günstig ist die Unterkunft dort zwar nicht, dafür ist aber schon alles ausgestattet und man muss sich um nichts weiter kümmern. Außerdem hat das Wohnheim auch einen Fitnessraum und zwei Aufenthaltsräume, wo gerade zu Beginn und an den Wochenenden eigentlich auch immer was los war. Das Studentenwohnheim liegt im Zentrum und man ist in 20 Minuten zu Fuß an der Uni und in der anderen Richtung in 20 Minuten am Strand. Zur Fußgängerzone sind es nur ein paar Minuten und auch der nächste Supermarkt ist nicht weit.

Studium

Das Gebäude der Uni war gerade erst neu gebaut worden und so waren wir das erste Semester dass dieses Gebäude nutzen konnte. Dadurch war alles sehr modern, auch wenn am Anfang noch nicht alles fertig war und funktionierte. Das Studium hatte einen etwas anderen Ansatz als in Deutschland. Anders als hier, wird in Dänemark nicht so sehr auf Frontalunterricht gesetzt, sondern vielmehr auf Gruppenarbeit.

Dies hatte gute und schlechte Seiten. Zum einen hat man gelernt in internationalen Teams zusammenzuarbeiten und so auch sehr schnell viele Leute kennengelernt. Andererseits war das Niveau etwas niedriger als in Deutschland und es wurde bei vielen Themen nicht so in die Tiefe gegangen. Außerdem war es teilweise auch schwierig sich in den Gruppen nach den Vorlesungen noch zu treffen. Das lag daran, dass die Gruppen meist unterschiedlich zusammengesetzt waren und die jeweiligen Gruppenmitglieder jeweils schon durch andere Gruppenarbeiten und Vorlesungen zu unterschiedlichen Zeiten beschäftigt waren. Die Ausstattung der Uni ist sehr gut, was sicherlich auch an dem neuen Gebäude liegt. Es gibt z.B. Gruppenräume, die man sich für Gruppen- oder Einzelarbeit reservieren kann und in jedem dieser Räume hängt ein großer Bildschirm, an den man seinen Laptop anschließen kann. Außerdem hat man als Student immer, also auch am Wochenende und abends, Zugang zur Uni und kann somit auch zu diesen Zeiten etwas an der Uni machen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, das in den Vorlesungen sehr viel digital gearbeitet wird, weshalb ein eigener Laptop unbedingt notwendig ist. Auch die Prüfungen liefen etwas anders ab, als ich es aus Deutschland gewohnt war. Größtenteils bestanden die Prüfungen nur aus einer mündlichen Prüfung am Ende des Semesters zu der man teilweise vorher einen Bericht erstellen oder eine Präsentation vorbereiten musste. In manchen Kursen gab es nach der Hälfte des Semesters einen geschriebenen Test, der dann auch mit in die Endnote eingeflossen ist.

Alltag und Freizeit

Der Alltag in Dänemark war mit dem in Deutschland vergleichbar, auch z.B. das Sortiment der Supermärkte ist fast gleich. Etliche dänische Wörter sind dem Deutschen recht ähnlich, von daher kann man sich manches herleiten. Die meisten Dänen sprechen aber auch sehr gutes Englisch, daher war die Kommunikation kein Problem. Gerade in der Anfangsphase und an den Wochenenden gab es meist eine Party mit DJ in meinem Wohnheim. Dort konnte man sich eigentlich immer sicher sein, wen Bekanntes zu treffen. Und gerade am Anfang war es dort sehr leicht neue Leute kennenzulernen, da die anderen Austauschstudenten ja auch auf der Suche nach neuen Bekanntschaften waren.

In unserer Freizeit haben wir an den Wochenenden meist Dänemark erkundet und unter der Woche wenn Zeit war etwas in Horsens unternommen. Ich hatte mein Auto dabei, was gerade für die weiteren Strecken durchaus nützlich war. Ansonsten kann man auch Bahnfahren, was allerdings nicht sehr günstig ist. Im Herbst sind eine Woche Herbstferien, in denen man keine Vorlesungen hat. In dieser Zeit sind viele verreist. Ich war mit ein paar Anderen in Norwegen, was ich sehr empfehlen kann. Wir waren mit zwei Autos unterwegs und konnten so recht viel vom Land sehen. Mit dem Wetter hatten wir richtig Glück und aufgrund der Jahreszeit waren die bekannten Ausflugsziele auch nicht so überfüllt wie man es sonst von Bildern kennt. Diese Woche war für mich auf jeden Fall eines der Highlights in meinem Auslandssemester.

Fazit

Mein Auslandssemester in Dänemark war definitiv eine sehr aufregende und spannende Zeit. Ich konnte viele neue Leute kennen lernen und mit einigen wird der Kontakt sicherlich bestehen bleiben. Auch die Erfahrungen an der Uni und die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Nationalitäten und Kulturen war sehr spannend, auch wenn die Gruppenarbeiten zwischenzeitlich etwas zeitintensiv waren. Alles in allem bin ich sehr dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte und kann es jedem nur empfehlen, sich auch für ein Auslandssemester zu bewerben, auch wenn es mit ein wenig Aufwand verbunden ist. Auch die VIA University kann ich empfehlen, da ich sehr zufrieden war und auch die Organisation sehr gut lief.