Auslandssemester an der Obuda University Budapest (WS2025/26)
Erfahrungsbericht von Julia, Bachelor-Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen – Vertrieb
Im Wintersemester 2025/26 bekam ich die Möglichkeit, dieses an der Óbuda Universität in Budapest zu absolvieren.
Die Óbuda Universität verfügt über sieben unterschiedliche Fakultäten welche von Ingenieurswissenschaften, über Bankwesen, Betriebswirtschaftslehre, Informatik bis hin zu Architektur reichen – somit ist hier für fast jeden etwas dabei! Über das gesamte Semester verteilt bot die Universität im Rahmen des Erasmus Student Networks (ESN) viele verschiedene Veranstaltungen an. Zu Semesterbeginn werden bspw. viele Aktivitäten zum erste Kontakte knüpfen angeboten – sei es etwa ein welcome picnic an der Donau oder sogenanntes speed friending. Darüber hinaus wurden ebenfalls Stadttouren angeboten, eine gemeinsame Wanderung zum Elizabeth Lookout (höchster Punkt in Budapest) sowie Aktivitäten, bei welchen man seiner Kreativität freien Lauf lassen konnte. Vor Semesterstart besteht ebenfalls die Möglichkeit, eine:n sogenannte:n Mentor:in aus dem ESN zugeteilt zu bekommen, welche:r für Fragen rund um das Studium/die Universität zur Verfügung steht.
Ich selbst studiere Wirtschaftsingenieurwesen und wurde in die Keleti Károly Faculty of Business and Management eingeschrieben. Interessant ist jedoch zu vermerken, dass die Möglichkeit besteht, auch Kurse aus anderen Fakultäten zu belegen. So konnte ich einer Mischung aus wirtschaftlichen und technischen Vorlesungen nachgehen. Gegen Semesterbeginn musste mein Learning Agreement noch einmal überarbeitet werden, doch nachdem das geklärt war, hatte man seinen festen Stundenplan. In der Universität bestand bei den meisten Kursen Anwesenheitspflicht. Die allermeisten Vorlesungen fanden in Präsenz statt, es gab allerdings auch Module, welche komplett aus E-Learning bestehen. Zudem sitzen in den meisten Vorlesungen nur internationale Studierende, teilweise aber auch ungarische Kommilitonen. Die Endnoten der Kurse setzten sich meistens aus Präsentationen, schriftlichen Klausuren, Online-Tests sowie manchmal auch mündlicher Beteiligung zusammen. Neben der Universität hat die ungarische Hauptstadt ein breites Spektrum an Kultur, wunderschönen Gebäuden, Thermalbädern, unzähligen Möglichkeiten zum Café Hopping sowie ein aufregendes Nachtleben zu bieten! Für die Verbindung zwischen der Buda und der Pest Seite, welche durch die Donau getrennt sind, bieten die Chain Bridge oder die Liberty Bridge ebenfalls eine tolle Möglichkeit für einen entspannten Spaziergang. Zudem sind die öffentlichen Verkehrsmittel super ausgebaut und gerade für Studierende unschlagbar günstig mit monatlichen Kosten von ca. 5,- €. Der Trubel und das Nachtleben finden hauptsächlich auf der Pest-Seite in Budapest statt. Ich selbst habe in einer WG im sechsten Distrikt gewohnt. Generell wohnen die meisten Erasmus-Studierenden in den Distrikten VI, VII und VIII. Von dort aus ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln alles sehr gut erreichbar und auch die Tram fährt teilweise rund um die Uhr.
Die Erasmus Community in Budapest ist zudem auch riesig – es gibt super viele internationale Studierende. Andere Organisationen wie Erasmus Life Budapest (ELB) bieten fast täglich andere Veranstaltungen oder Kurztrips in die umliegenden Länder oder Städte an. Ende September wurde bspw. ein großes Welcome Camp angeboten, an welchem ich teilnahm. Dort haben wir ein Wochenende am Balaton (Plattensee) verbracht, welches der größte See Mitteleuropas ist und nur ca. 2 Stunden von Budapest entfernt liegt.
Da sich Budapest im Herzen Osteuropas befindet, bietet es sich an, auch mal Länder zu bereisen, welche man im ersten Moment vielleicht nicht direkt auf dem Schirm hat. So hat sich bei einer Freundesgruppe und mir spontan ein Kurztrip nach Rumänien inkl. Transsilvanien ergeben. Aber auch Städte wie Bratislava oder Wien lassen sich mit dem Zug oder FlixBus im Rahmen eines Tagestrips gut erkunden. Ebenfalls würde ich empfehlen, sich neben der Hauptstadt Budapest noch ein paar andere Orte in Ungarn anzuschauen. Hier bieten sie die Städte Szentendre, Győr, Esztergom, Visegrád oder Pécs an. Rückblickend finde ich es zudem schön, dass ich in Budapest von fast jeder Jahreszeit etwas mitnehmen konnte. Im September war es wirklich noch sehr warm bis an die 30°C, übergegangen in den goldenen Herbst und im Winter Schneefall mit Weihnachtsmärkten und der Möglichkeit zum Schlittschuh laufen auf dem City Park Ice Rink – eine der historisch bedeutendsten und größten Freiluft-Eisflächen Europas.
Abschließend kann ich sagen, dass ich ein Auslandssemester in Budapest herzlich weiterempfehle und mir keinen besseren Ort hätte vorstellen können!