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Er wurde beim Festakt zum 25. Geburtstag von StudiumPlus für sein Werk geehrt, "der Architekt von StudiumPlus", Prof. Dr. Harald Danne (4. v. l.). Das Bild zeigt ihn mit (v. l. n. r.): THM-Präsident Prof. Dr. Matthias Willems, dem Leitenden ZDH-Direktor Prof. Dr. Jens Minnert, seiner Frau Carena, dem ZDH-Vorstandsvorsitzenden Uwe Hainbach und CCD-Hauptgeschäftsführer Christian Schreier.

StudiumPlus feiert 25-jähriges Jubiläum mit 330 Gästen

Vor etwa 330 Gästen hat StudiumPlus unter dem Motto „Wurzeln. Wandel. Weitblick“ sein 25-jähriges Jubiläum gefeiert. Es war die erste Veranstaltung im neuen Dom Palais Wetzlar – StudiumPlus wurde also auch bei seiner Jubiläumsfeier seiner Vorreiterrolle gerecht.

Das, was Hochschule und Wirtschaft vor 25 Jahren begonnen haben und was bis heute ein einzigartiges Erfolgsmodell geblieben ist, ist nur durch ein ebenso einzigartiges Netzwerk möglich gewesen. Wie groß dieses Netzwerk ist, das ließ sich an den Gästen ablesen, unter denen Vertreter von Hochschule und Wirtschaft ebenso waren wie Alumni, Studierende und Dozenten, Politiker ebenso wie Vertreter der hessischen Industrie- und Handelskammern, der Handwerkskammer, des Regionalmanagements und der Arbeitgeberverbände. Die gemeinsam erreichten Zahlen sind beeindruckend: Vom Start mit 31 Studierenden und 28 Unternehmen ist die Zahl auf über 1.900 Studierende und fast 1.100 Partnerunternehmen gewachsen.

Alle Redner waren sich einig, dass dieser Erfolg viele Väter und Mütter hatte, aber einen herausragenden Architekten: Prof. Dr. Harald Danne wurde im Rahmen der Feier mit der Ehrenmedaille von StudiumPlus geehrt.

Die Festrede hielt der Hessische Wissenschaftsminister Timon Gremmels, der StudiumPlus als „Erfolgsgeschichte“ lobte.

Festrede des Wissenschaftsministers

„StudiumPlus ist eine Erfolgsgeschichte: Mehr als 6.800 Absolventinnen und Absolventen haben ihren Weg in die regionale Wirtschaft gefunden“, sagte Hessens Wissenschaftsminister Timon Gremmels, der die Festrede hielt. „Möglich wurde diese Entwicklung durch die enge Partnerschaft der Technischen Hochschule Mittelhessen mit den Unternehmen und Kammern – und durch ein duales Studienmodell, das wissenschaftliche Qualität mit betrieblicher Praxis verbindet. StudiumPlus sichert Fachkräfte, hält junge Talente in der Region und bringt Wissen direkt in die Unternehmen.“ Mit der zum Wintersemester 2027/28 geplanten Einrichtung von dualen Studiengängen in Kassel setze das Programm diesen Weg fort und eröffne zugleich neue Perspektiven für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Nordhessen. „Die 25-jährige Erfolgsgeschichte zeigt: Um den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Hessen voranzubringen, brauchen wir das gute Miteinander von Hochschule, Wirtschaft und Politik“, betonte der Minister.

Mutiger Zusammenschluss von Wissenschaft und Wirtschaft

„Das Modell StudiumPlus war vor 25 Jahren vor allem eines: mutig!“, sagte Prof. Dr. Jens Minnert, Leitender Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums duales Hochschulstudium (ZDH), der ersten Säule von StudiumPlus. Dass Hochschule und Unternehmen gemeinsam ein Studienmodell entwickelt und ihre jeweiligen Perspektiven zusammengebracht haben, sei ein entscheidender Kulturwechsel gewesen. Nach der Gründung des CompetenceCenters duale Hochschulstudien – StudiumPlus e.V. (CCD), in dem die Mitgliedsunternehmen sich zusammenschlossen, und dem Einsatz des IHK-Verbunds Mittelhessen unter Federführung der IHK Lahn-Dill als dritte Säule von StudiumPlus sei ein Modellprojekt entstanden, das heute wiederum Modell für andere ist.

Der CCD-Vorstandsvorsitzende Uwe Hainbach erinnerte daran, was von Anfang an das Ziel der Zusammenarbeit aller an StudiumPlus Beteiligten gewesen ist: dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die Unternehmen können Einfluss auf die Gestaltung von Studiengängen nehmen, so dass die Verzahnung von Hochschule und Wirtschaft mitsamt Wissenstransfer in beide Richtungen europaweit einzigartig sei. StudiumPlus bilde seit 25 Jahren Menschen aus, die dem Ruf der Wirtschaft nach mehr Praxis im Studium entsprechen und reagiere dabei auf die sich wandelnden Bedarfe in den Unternehmen. Reagiert habe StudiumPlus auch auf den Wunsch der Unternehmen nach Vermittlung von Soft Skills wie Ethik, Business-Englisch oder internationale Kompetenzen, die durch den Einfluss von Künstlicher Intelligenz und dem beschleunigten Wandel gerade als Cluster der „Persönlichkeitskompetenzen“ überarbeitet werden. Die Aufnahme von Skills wie bspw. KI-Fähigkeit, Resilienz und Eigeninitiative ist wichtiger Bestandteil.

„Dieser Geist lässt sich nicht kopieren“ 

Aus Sicht der THM strich deren Präsident Prof. Dr. Matthias Willems heraus, wie StudiumPlus von Anfang an von Eigeninitiative und der Suche nach Lösungen geprägt gewesen sei. Das duale Studienprogramm habe sich stets weiterentwickelt, verfüge heute über elf Studiengänge und stehe vor der Eröffnung einer siebten Außenstelle. StudiumPlus ruhe sich nie auf seinen Erfolgen aus, sondern sehe immer zusammen mit den Partnerunternehmen darauf, wie sich Gegebenheiten verändern und wie man darauf reagieren sollte – „das ist der Grund, warum StudiumPlus nie kopiert wurde – dieser Geist lässt sich nicht kopieren“, so Willems. 

Ein besonderer Höhepunkt des Festakts war ein Wiedersehen mit 19 der ersten Studierenden von StudiumPlus.

Alumni berichten

Ehemalige Studierende standen beim „Alumni-Talk“ als Beispiele dafür bereit, wohin der Weg nach dem dualen Studium führen kann: Dennis Benfer, der 2005 sein Studium begonnen hatte, ist nach wie vor in seinem damaligen Partnerunternehmen Rittal und leitet dort inzwischen den Bereich Digital Operations. Prof. Dr. Jakob Leise schloss 2016 ab, ging zunächst den Weg in die Wirtschaft und lehrt heute Elektrotechnik an der THM. Christian Braun, der zu den Pionieren aus dem Jahr 2001 gehört, machte wie etwa 40 Prozent der Studierenden von StudiumPlus vor dem Studium eine Ausbildung, war dann länger als 10 Jahre bei Bosch Thermotechnik und arbeitet heute als Berater und Dozent. Aus Vancouver zugeschaltet wurde außerdem Anton Baranov, der dort sein Auslandssemester absolviert. Mit seiner App „pitch coach“ zählte er zu den Gewinnern des renommierten und weltweiten Apple-Programmierwettbewerbs „Swift Student Challenge“. Im Silicon Valley wurde er durch die beiden CEOs Tim Cook und John Ternus persönlich ausgezeichnet.

„Architekt von StudiumPlus“ Harald Danne geehrt

Zum Abschluss der von Steffen Gross moderierten und vom Charly Loritz Trio musikalisch gestalteten Feier gab es einen besonderen Höhepunkt: 19 der ersten Studierenden von StudiumPlus kamen auf die Bühne – und es stellte sich heraus, dass die meisten von ihnen nach wie vor in der Region arbeiten, viele sogar bei ihren einstigen Partnerunternehmen. Sie bildeten den perfekten Hintergrund für die Auszeichnung des „Architekten“ von StudiumPlus, Prof. Dr. Harald Danne, der einst Ideengeber des Modellprojekts war, unermüdlicher Kämpfer für dessen Umsetzung und 21 Jahre Leitender ZDH-Direktor. Bei ihrer gemeinsamen Laudatio zeichneten Prof. Dr. Jens Minnert und Uwe Hainbach das Bild eines Menschen, der hartnäckig an einer Idee festhielt, bis sie Realität wurde und perfekt war, eines Überzeugers, der immer wieder neue Wege gegangen ist und für den stets die Menschen höchste Priorität gehabt hätten, allen voran die Studierenden.

Etwa 330 Personen feierten den 25. Geburtstag von StudiumPlus.

„Die Idee lebt und wird mit großer Leidenschaft weitergetragen“, freute sich Danne. „Große Erfolge entstehen immer im Team“, sagte er und dankte allen Wegbegleitern, die bei StudiumPlus zusammenwirken. Und er betonte: „Die eigentliche Medaille, die ich heute trage, das sind die 6.800 Absolventinnen und Absolventen, ihre Karrieren und ihre Erfolgsgeschichten.“ Nach Überreichung der Ehrenmedaille wurde Dannes Lebensleistung von den Gästen mit stehendem Applaus gewürdigt.