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StudiumPlus plant neue Außenstelle in Kassel

Das FiDT Technologie- und Gründerzentrum unweit des Bahnhofs Kassel-Wilhelmshöhe könnte Standort für die neue StudiumPlus-Außenstelle Kassel werden. Foto: Wirtschaftsförderung Region Kassel/Danny Nils Schneider

Breite Unterstützung für praxisintegriertes Studienangebot, um Bildungs- und Wirtschaftsstandort zu stärken

Kassel soll künftig ein neuer Studienort für StudiumPlus werden. Als Reaktion auf den großen Bedarf der Wirtschaft in und um Kassel plant das duale Studienmodell der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) und des CompetenceCenter Duale Hochschulstudien – StudiumPlus e. V. (CCD) die Gründung einer Außenstelle in der nordhessischen Metropole. Das Vorhaben wird von Wirtschaft, Politik – Stadt, Kreis und Land – und Wissenschaft ausdrücklich unterstützt. Im Mittelpunkt steht ein praxisintegriertes Studienangebot, das die Hochschullandschaft in Kassel sinnvoll ergänzt und in dieser Form bislang in der Region nicht existiert. Gestartet werden soll zum Wintersemester 2027/28.

„Kassel verfügt mit der Universität über einen starken Hochschulstandort. Gleichzeitig gibt es einen zusätzlichen Bedarf an praxisintegrierten Studienmöglichkeiten“, sagt Prof. Dr. Matthias Willems, Präsident der THM. Mit allen Akteuren bestehe Konsens darüber, dass es sich bei der StudiumPlus-Ansiedlung um eine Angebotserweiterung für die Region Kassel handele. Willems: „StudiumPlus kann hier eine sinnvolle Ergänzung sein und Studierenden wie Unternehmen neue Perspektiven eröffnen sowie auch zusätzliche Studierende aus anderen Regionen für Kassel zu gewinnen.“ Der CCD-Vorstandsvorsitzende Uwe Hainbach ergänzt, dass „StudiumPlus bereits seit vielen Jahren mit Partnerunternehmen aus dem Großraum Kassel die Fachkräftesicherung sicherstellt, mit der Außenstelle wird dies noch einmal unterstrichen.“

Vier Studiengänge zum Start geplant

Zum Start sind vier duale Bachelor-Studiengänge vorgesehen: Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau, Ingenieurwesen Maschinenbau, Ingenieurwesen Elektrotechnik und Softwaretechnologie. Damit greift StudiumPlus insbesondere den Bedarf regionaler Unternehmen nach technisch qualifiziertem Nachwuchs auf. Eine Bedarfserhebung von IHK Kassel-Marburg und VhU Nordhessen hatte genau in diesen Bereichen ein deutliches Interesse der Wirtschaft gezeigt. Auch der Wunsch nach einem weiterführenden dualen Master wurde genannt.

Wichtig ist allen Beteiligten: StudiumPlus versteht sich ausdrücklich nicht als Konkurrenz zur Universität Kassel. Das geplante Angebot soll einen zusätzlichen Bildungsweg eröffnen – für junge Menschen, die von Beginn an eine besonders enge Verbindung von Studium und betrieblicher Praxis suchen. „Wir wollen nicht Bestehendes ersetzen, sondern dort ergänzen, wo Unternehmen und Studieninteressierte einen zusätzlichen Bedarf sehen“, erklärt der Leitende Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums Duales Hochschulstudium, Prof. Dr. Jens Minnert. CCD-Hauptgeschäftsführer Christian Schreier führt aus, dass „40 bis 50 Prozent unserer Erstsemesterstudierenden vorher eine Ausbildung abgeschlossen haben“, dies zeige die Notwendigkeit der Angebotserweiterung.

Ausdrücklich unterstützt wird die geplante Ansiedlung von der IHK Kassel-Marburg und der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) Nordhessen. Beide Organisationen haben gemeinsam mit Unternehmen aus der Region den Bedarf an zusätzlichen dualen Studienmöglichkeiten ermittelt. Dass StudiumPlus nun nach Kassel blickt, schließt zugleich einen Kreis: Vor 25 Jahren entstand das Studienmodell aus einer Initiative des IHK-Verbunds Mittelhessen, zu dem auch die IHK Kassel-Marburg gehört.

Starker Rückhalt aus Wirtschaft und Region

Die Unternehmen haben den Wunsch nach einem Studienmodell mit hohem Praxisbezug klar formuliert. In StudiumPlus sehen IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Arnd Klein-Zirbes und VhU-Geschäftsführerin Coralie Zilch einen weiteren Bildungsweg, mit dem Fachkräfte frühzeitig mit der Region verbunden werden können. Auch das CCD, der Wirtschaftsverein hinter StudiumPlus, sieht in Kassel eine konsequente Weiterentwicklung des StudiumPlus-Modells. „Unsere mehr als 1.000 Partnerunternehmen stehen für eine enge Verbindung von Studium und Praxis. Mit Kassel können wir jungen Menschen ermöglichen, auch die Studienphasen ihres dualen Studiums in der Region zu absolvieren“, sagt Uwe Hainbach.

Kassel ist für StudiumPlus dabei kein völlig neues Terrain: Seit 2009 ist Hessens größter dualer Studienanbieter in Nordhessen aktiv – in Frankenberg, Bad Wildungen und Bad Hersfeld. Eine eigene Außenstelle in Kassel wäre nun ein weiterer Schritt, das Netzwerk in der Region auszubauen und näher an Unternehmen und Studieninteressierte heranzurücken, so Christian Schreier. Schon heute seien einige große und namhafte Unternehmen aus dem Raum Kassel Partner und ließen ihre Nachwuchskräfte bei StudiumPlus akademisch ausbilden.

Auf Initiative von Kassels Oberbürgermeister Dr. Sven Schoeller, IHK und VhU haben sich die beteiligten Akteure darauf verständigt, die Planungen gemeinsam voranzutreiben. Hessens Wissenschaftsminister Timon Gremmels und die Gesellschafter der Wirtschaftsförderung Region Kassel (WFG) mit ihrem Geschäftsführer Kai-Lorenz Wittrock unterstützen das Vorhaben. Die WFG wurde mit der weiteren Konkretisierung beauftragt. In den kommenden Monaten stehen die organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen im Mittelpunkt.

FiDT als möglicher neuer Standort

Als möglicher Standort werden aktuell Räumlichkeiten im FiDT Technologie- und Gründerzentrum geprüft. Das technologieorientierte Umfeld mit Start-ups, jungen Unternehmen und Gründungsaktivitäten bietet für StudiumPlus besondere Chancen. „Kassel verbindet Wissenschaft, Wirtschaft und eine lebendige Gründerszene. Dieses Umfeld ist für uns eine willkommene Erweiterung unseres Netzwerks und kann neue Verbindungen zwischen Studium, Praxis und Innovation schaffen“, sagt der designierte Außenstellenleiter und geschäftsführende StudiumPlus-Direktor Prof. Dr. Gerd Manthei.

„Für die Zukunftsfähigkeit der Region ist entscheidend, junge Talente zu gewinnen und ihnen attraktive Perspektiven vor Ort zu bieten“, betont Hainbach: „Genau dafür steht das StudiumPlus-Modell seit 25 Jahren.“

Welche Studiengänge in Kassel vorgesehen sind, was das praxisintegrierte Studium konkret bedeutet und welche Möglichkeiten sich daraus für Unternehmen und Studieninteressierte ergeben, möchten wir Ihnen bei unserer Informationsveranstaltung vorstellen am

20. Oktober 2026 | 15 Uhr | Haus der Arbeitgeberverbände Nordhessen, Kassel (Karthäuserstraße 23, 34117 Kassel).

Wir bitten um Anmeldung bis zum 09.10.2026 unter folgendem Link: https://arbeitgeber-nordhessen.de/veranstaltung/studiumplus-fuer-kassel-chancen-fuer-unternehmen-und-region/

Wir freuen uns darauf, Ihnen die Pläne für den neuen StudiumPlus-Studienort in Kassel vorzustellen und darüber mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Der Termin bildet den Auftakt zu einer Reihe weiterer Informationsveranstaltungen rund um StudiumPlus in Kassel – informieren Sie sich und lernen Sie das neue Studienangebot kennen.