PraktikumPlus ermöglicht intensiven Einblick in die Arbeitswelt
Schüler programmieren Roboterarme
Warum greift der Roboterarm jetzt nicht ins obere Regal, wie er das eigentlich sollte? Und jetzt lässt ein anderer den Plastikwürfeln sogar fallen. „Die fünf Schüler, die ihr im PraktikumPlus erarbeitetes Projekt präsentieren sollen, werden ein wenig hektisch. Denn es ist wie im richtigen Leben: Nicht immer klappt alles auf Anhieb – dann muss nachgebessert werden.
Viktoria, Cara, Matthis, Philipp und Artem haben zwei Wochen lang bei Roth Industries GmbH & Co KG lernen dürfen, wie Mikrocontroller so programmiert werden, dass sie kleine Roboterarme steuern. Ermöglicht hat ihnen dies PraktikumPlus, eine Kooperation von StudiumPlus am Campus Biedenkopf, mehreren Partnerunternehmen und Schulen aus der Region. Zweimal jährlich bietet das Programm Schülern die Möglichkeit, den Arbeitsalltag in einem Unternehmen kennenzulernen und Projekte selbst umzusetzen. Diesmal nahmen Schüler des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe und der Mittelpunktschule Dautphetal teil.
Vom Sensor bis zum Roboterarm: praktisches Lernen im Team
Die Schüler haben unter anderem gelernt, Sensoren in Schaltkreise einzubinden und Parameter für die Bewegungsabläufe eines selbst gebauten kleinen Roboterarms zu erfassen. Schließlich konstruierten sie die Roboterarme so, dass diese sich einen Würfel weiterreichen und diesen in einem kleinen Regal ablegen. Auch ein Besuch mit Schnuppervorlesung am StudiumPlus-Campus in Biedenkopf war Teil des besonderen Praktikums.
Die fünf Schüler im Alter zwischen 16 und 18 Jahren haben sich für PraktikumPlus entschieden, weil sie sich Einblicke in technische Berufe erhofft haben – und ihre Erwartungen wurden übertroffen, wie Philipp Göbel sagte: „Das Praktikum war sehr vielfältig. Wir konnten das ganze Unternehmen besichtigen und auch selbst sowohl einzeln als auch im Team arbeiten.“ „Wir wurden intensiv betreut“, ergänzte Matthis Wied. Und Cara Rothenspieler hob hervor, dass die Arbeit im Team sehr nah an der realen Arbeitswelt war. „Für mich war PraktikumPlus eine gute Gelegenheit, meinen Horizont zu erweitern. Obwohl ich vorher fast keine Erfahrung mit Programmieren hatte, habe ich in den zwei Wochen sehr viel gelernt“, berichtete Cara.
Betreuung auf Augenhöhe
Die Betreuung durch Auszubildende von Roth sei auch sehr gut gewesen – weil diese altersmäßig dicht bei den Praktikanten lägen, sei man sich auf Augenhöhe begegnet, berichtete Viktoria Heßler. „In anderen Praktika habe ich immer nur danebengestanden und zugesehen, jetzt konnte ich selbst die ganze Zeit aktiv sein“, freute sich Artem Pavlinchok.
Campusleiter Prof. Dr. Gerd Manthei bedankte sich herzlich bei Roth Industries und dessen Ausbildungsleiter Hartmut Heck. Mit diesem besonderen Praktikum hätten die Schüler erlebt, wie spannend technische Berufe sind. „PraktikumPlus ist ein Aushängeschild für unsere Schule“, betonte Corie Hahn, Leiterin des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe, die ebenso wie Berufswahlkoordinator Martin Schelberg und einige Eltern zur Präsentation und Zertifikatsverleihung gekommen war.
Unternehmen setzen auf Nachwuchs
„Wir wollen die Besten“, sagte Hartmut Heck und machte damit die Motivation des Unternehmens deutlich, sich erneut für PraktikumPlus zu engagieren und die Jugendlichen zwei Wochen lang intensiv zu betreuen. „Um die Wünsche unserer Kunden erfüllen zu können, brauchen wir sehr gutes Fachpersonal. PraktikumPlus bietet die Chance, mit motivierten jungen Menschen in Kontakt zu treten.“
Dr. Anne-Kathrin Roth, COO der Roth Industries und Vorstandsmitglied im CompetenceCenter Duale Hochschulstudien – StudiumPlus e.V. (CCD), sagte: „Wenn junge Menschen schon früh erleben, wie spannend es ist, Wissen aus der Schule in der Praxis anzuwenden, profitieren alle Seiten. Sie gewinnen Orientierung und Selbstvertrauen, und wir erleben ihre Neugier, ihre Ideen und ihre Begeisterung. Genau dieses Miteinander macht PraktikumPlus so wertvoll.“
Fazit der Schüler: „Es hat richtig viel Spaß gemacht!“
Besonders erfreulich: Das abschließende Fazit der fünf Schüler, die einhellig betonten: „Es hat richtig viel Spaß gemacht!“ Da schadet es auch nicht, dass die Vorführung der Roboterarme nicht ganz perfekt ablief, denn, so Heck: „Dinge ausprobieren, Fehler beseitigen und neu starten, das gehört dazu.“ Ein duales Studium können sich mehrere der Schüler nach diesem Praktikum sehr gut vorstellen.